Soll ich mich aus Deutschland abmelden? Diese Frage schwirrt seit einiger Zeit durch meinen Kopf. Ich reise die meiste Zeit als digitale Nomadin um die Welt, verbringe nur noch den Sommer in Deutschland und habe nun auch noch eine Beziehung in der Karibik. Was also tun? Abmelden? Auswandern? Oder einfach alles belassen, wie es ist?
Key Takeaways
- Die Abmelde-Frage ist keine einfache Frage
- Eine Beziehung in der Ferne verändert die Fragestellung
- Sich abzumelden, könnte vielen neue Türen öffnen
- Es ist okay, sich für die Antwort Zeit zu nehmen
Ich reise seit über drei Jahren regelmäßig als digitale Nomadin durch die Welt. Ob nun Asien oder Zentralamerika: Ich fühle mich mittlerweile in vielen Orten auf diesem Planeten Zuhause. Und in Deutschland? Da verbringe ich im Prinzip nur noch den Sommer. Wäre es da nicht irgendwie schlüssig, mich aus Deutschland abzumelden?
Die Frage schwirrt schon seit einiger Zeit in meinem Kopf. Und das aus unterschiedlichen Gründen: Einerseits könnte eine Abmeldung steuerlicher Vorteile für mich bringen. Andererseits, und noch entscheidender für mich persönlich, wäre ich dadurch noch freier, noch flexibler, noch unabhängiger.
Aus Deutschland abmelden: Wär das nicht … sinnig?
Ich mag meine Wohnung in Berlin. Sie ist mein Zuhause. Und gleichzeitig ist sie manchmal wie ein Klotz am Bein. Etwas, das mich festhält. Etwas, das mich irgendwie doch noch bindet. Selbst dann, wenn ich weit von ihr entfernt bin. Und sie ist nicht nur ein mentaler Klotz. Auch rein organisatorisch hält sie mich auf Trab: Ich muss immer wieder eine:n Untermieter:in finden, mich um Papierkram kümmern und nach dem Rechten sehen.
Deswegen frage ich mich immer wieder, ob es nicht am besten wäre, die Wohnung einfach aufzugeben … und mich im selben Atemzug aus Deutschland abzumelden: Der ultimative Befreiungsschlag, um endlich ein komplett freies und unabhängiges Nomadenleben zu führen? So jedenfalls dachte ich für lange Zeit … bis vor einigen Monaten.
Und plötzlich änderte sich … vieles!
Dann kam plötzlich eine neue, ganz andere Komponente ins Spiel. Denn wie es das Leben einer Reisenden so will, verliebte ich mich unterwegs: und zwar in einen Menschen, der auf einer kleinen Insel in der Karibik lebt. „War ja klar, dass das irgendwann passiert“, meinte eine Freundin zu mir. Und ich schätze, sie hatte Recht.
Die neue Beziehung sorgte also dafür, dass ich jüngst drei Monate auf Bonaire verbrachte. Und plötzlich stellt sich nicht mehr die Frage: „Soll ich mich aus Deutschland abmelden, um ein komplett unabhängiges Nomadinnen-Leben zu führen?“, sondern: „Soll ich auswandern und meinen Wohnsitz in die Karibik verlagern?“. Huii, was für eine komplett neue Situation!
Soll ich auswandern?
Die Sache ist nämlich die: Solange ich nicht auf Bonaire gemeldet bin, kann ich immer nur drei Monate in einem Sechs-Monats-Fenster dort sein. Und das ist für mich, als Verfechterin von höchster Flexibilität, irgendwie verdammt unflexibel.
Ich meine, versteh mich nicht falsch: Ich will meinen Lebensstil nicht plötzlich über Bord werfen. Ich will weiterhin als digitale Nomadin unterwegs sein, ich will weiterhin reisen, ich will weiterhin im Sommer nach Deutschland vorbeischauen. Aber: Ich will eben auch möglichst viel Flexibilität. Und würde ich in die Karibik auswandern, hätte ich die Freiheit zu kommen und zu gehen, wie ich möchte. Ganz nach meinem Gusto. Was also heißt das jetzt für mich? Soll ich auswandern, um dadurch mehr Flexibilität für mein Love-Life in der Karibik zu gewinnen?
Abmelden? Auswandern in die Karibik? Was nun?
Doch auswandern in die Karibik hin oder her. Die grundsätzliche Frage, die über allem steht, ist und bleibt ja irgendwie doch die gleiche: Aus Deutschland abmelden? Ja, nein, vielleicht? Und ganz ehrlich: In diesem Moment kenne ich die Antwort auf die Frage nicht.
Ein Teil von mir sagt: „Yes, aus Deutschland abmelden! Mach es einfach!“. Ich spiele ohnehin schon so lange mit dem Gedanken. Warum also nicht einfach versuchen? Warum sollte ich mir diese Chance nicht geben? Immerhin würde sie mir ein Dutzend neue Möglichkeiten öffnen. Und viel habe ich nicht zu verlieren – außer eben ein bezahlbares Mietobjekt in einer geilen Lage in Berlin … hmm!
Ein Kopf, zwei Stimmen
Der andere Teil in mir sagt jedoch: „Was, wenn du doch wieder mehr Zeit in Berlin verbringen willst? Du wirst NIE wieder eine Wohnung finden! Und überhaupt: Was, wenn die Beziehung in die Brüche geht? Oder du genug vom Leben als digitale Nomadin hast?“.
In meinem Kopf sprechen zwei Stimmen. Und sie haben beide ihre Berechtigung. Und weißt du was? Deswegen habe ich für den Moment beschlossen, erst einmal noch etwas abzuwarten. In den letzten Monaten hat sich mein Leben bereits sehr verändert. Grund genug, erst mal zu sehen, was sich noch so tut, wie sich alles anfühlt, was in mir passiert.
Ich habe Zeit – die Frage bleibt offen
Ich habe weder den Druck, hier und jetzt eine Entscheidung zu treffen, noch halte ich es für sinnvoll, etwas über das Knie zu brechen. Deswegen gebe ich mir einfach noch etwas Zeit. Zeit, um zu entscheiden, ob ich mich aus Deutschland abmelden werde. Zeit, um zu entscheiden, ob das Auswandern in die Karibik eine echte Option für mich darstellt.
Fürs Erste bleiben die Fragen also offen. Sie dürfen weiter erforscht und erfüllt werden. Und alles Weitere wird die Zeit zeigen. Es bleibt also spannend.
To be continued …