Ist Medellín gefährlich? Ich selbst habe für einen Monat in der kolumbianischen Großstadt gelebt. In diesem Blogpost verrate ich dir, wie ich meine Zeit in Bezug auf das Thema Sicherheit wahrgenommen habe. Außerdem gibt’s noch ein paar Sicherheitstipps!
Alles Wichtige auf einen Blick
- Ich war einen Monat lang in Medellín und hatte keine Probleme
- Offiziell wird vor allem vor Diebstählen gewarnt
- Ich persönlich habe mich immer recht sicher gefühlt
- Allerdings war ich auch sehr sicherheitsbewusst und bedacht
- Als tendenziell „sichere Viertel“ gelten Belén, Laureles und El Poblado
- Grundsätzlich gilt: Halte das Risiko so gering wie möglich
Inhalt
Ich in Medellín: Hintergrund & Fakten
Bevor wir uns der Frage „Ist Medellín gefährlich“ widmen, möchte ich erstmal kurz zum Hintergrund kommen: Warum war ich überhaupt in Medellín?
Als digitale Nomadin bin ich in unterschiedlichsten Orten der Welt unterwegs. Kolumbien bzw. Medellín haben mich daher schon lange gereizt. Ich liebe Mexico City und hatte schon häufiger gehört, dass mir Medellín auch gefallen müsste. Zumal die Stadt für ihre starke Digitale-Nomaden-Szene bekannt ist. Außerdem habe ich eine Beziehung auf Bonaire – einer kleinen Insel in der Karibik, die ich jedoch immer nach drei Monaten verlassen muss. Aber hey, Kolumbien ist quasi direkt nebenan. Deswegen war es an der Zeit, Medellín endlich mal einen Besuch abzustatten.
Ich habe exakt einen Monat in der City gelebt und bin derweil im Nomadico Coliving untergekommen. Hier habe ich mit rund 10 weiteren digitalen Nomaden gehaust. Es befindet sich im Stadtviertel Belén, einer der angesehensten Gegenden der Stadt: grün, entspannt und wirklich schön. Direkt angrenzend liegt Laureles: ein angesagtes Viertel, das viele Reisende, Expats und digitale Nomaden anlockt.
Insgesamt hatte ich hier einen relativ normalen Alltag. Ich arbeite remote und verbrachte meine Zeit tagsüber vor allem im Coworking Space des Colivings. In meiner Freizeit habe ich die Stadt erkundet und konnte mir so einen Eindruck über die Atmosphäre hier verschaffen.
So, das einfach mal zum Kontext. Nun aber zur eigentlichen Frage: Ist Medellín gefährlich?
Wie gefährlich ist Medellín? Ein paar offizielle Infos
Bevor ich von meiner persönlichen Erfahrung spreche, will ich kurz auf ein paar offizielle Infos zur Frage „Wie gefährlich ist Medellín?“ eingehen.
Laut Auswärtigem Amt ist die Kriminalitätsrate in Kolumbien, insbesondere Großstädten wie Medellín, hoch. Hiermit gemeint sind vor allem Straßendiebstähle und Wohnungseinbrüche. Außerdem wird vor Raubüberfällen und Trickdiebstahl gewarnt: selbst tagsüber. Detaillierte Infos zu typischen kriminellen Aktivitäten, relevanten Sicherheitsvorkehrungen und Reisewarnungen findest du direkt auf der Seite des Auswärtigen Amts. Bitte informiere dich hier vorab unbedingt selbst.
Das klingt erst einmal erschreckend. Fakt ist aber auch: Die Anzahl an schweren Gewalttaten nahm in den letzten Jahren stark ab und es ist eine insgesamt sehr positive Entwicklung zu beobachten. Auch als digitale Nomadin kann ich dir sagen: Medellín hat in den letzten Jahren sehr an Beliebtheit gewonnen und gilt mittlerweile als wahrer Digital-Nomad-Hotspot.
Ist Medellín gefährlich? Meine persönliche Wahrnehmung
Ich für meinen Teil habe mich nicht von den Warnungen des Auswärtigen Amts abhalten lassen und habe einen Monat in Medellín verbracht. Wie ist also meine Erfahrung zum Thema Sicherheit? Ist Medellín gefährlich?
Wichtig: Kleiner Disclaimer vorab
Bevor ich die Frage beantworte, möchte ich betonen, dass meine Erfahrung absolut subjektiv ist und für jeden Menschen vollkommen unterschiedlich sein kann. Ich bin sehr reiseerfahren und sicherheitsbewusst. Alles, was ich schreibe, ist meine ganz persönliche Erfahrung. Nicht mehr und nicht weniger. Es lässt sich nicht leugnen, dass Kriminalität in Medellín quasi an der Tagesordnung ist. Genauso wie übrigens auch in vielen anderen Großstädten in Süd- und Zentralamerika. Ich denke aber auch: Hier kommt es sehr auf das eigene Verhalten an und man kann das Risiko selbst deutlich reduzieren. Dazu aber später noch mehr.
With that being said … Ist Medellín gefährlich?
Meine Erfahrung und Einschätzung
Ganz ehrlich? Ich habe mich in Medellín keine Sekunde unsicher gefühlt. Ich habe in einer schönen Nachbarschaft gelebt und bin tagsüber viel alleine durch die Gegend geschlendert. Dabei habe ich sogar immer mal wieder mein Handy ausgepackt, zum Beispiel um ein Bild zu knipsen oder auf die Karte zu sehen. Hatte ich dabei jemals das Gefühl, Angst um ein Phone haben zu müssen? Nein, absolut nicht. Die meisten Locals, die an mir vorbeigelaufen sind, waren ohnehin mit ihrem eigenen Handy beschäftigt und haben sich null für mich interessiert.
Gutes Gefühl & nette Menschen
Und auch grundsätzlich habe ich mich immer wohlgefühlt, als ich alleine (als Frau) durch die Straßen spaziert bin. Oft wurde ich auch nett angelächelt oder gegrüßt. Seltsame oder befremdliche Interaktionen hatte ich keine. Gleiches gilt beim Transport: Ich habe immer ein Uber genutzt, wenn ich mal weitere Strecken in der City zurücklegen musste. Die Fahrer waren immer freundlich und haben sich oft mit mir unterhalten (perfekt, um Spanisch zu üben!). Aber auch als ich auf einen Aussichtspunkt gewandert bin oder einen lokalen und wuseligen Markt besucht habe, hatte ich zu keiner Zeit ein unsicheres Gefühl. Im Gegenteil: Ich nahm die Menschen um mich herum sehr offen, hilfsbereit und freundlich wahr.
Naja, ich glaube, das ist im Prinzip schon alles, was ich wirklich zu meiner Erfahrung sagen kann. Ich hatte wirklich keinerlei Zwischenfälle und habe mich stets sicher gefühlt.
Aber: Ich bin sicherheitsbewusst & erfahren
Was ich an dieser Stelle aber ergänzen möchte (und was ich bereits angedeutet habe): Ich bin sehr reiseerfahren und sicherheitsbewusst. Ich halte mich immer an meinen gesunden Menschenverstand und gehe keine unnötigen Risiken ein. Außerdem gehe ich nachts (eine Zeit, inder der häufiger kriminelle Dinge passieren) nicht mehr aus. Da schlafe ich! 😀
Im nächsten Abschnitt beschreibe ich noch ein paar weitere Dinge, auf die ich immer geachtet habe (und die ich dir ebenfalls raten würde).
Better safe than sorry: Darauf habe ich geachtet
Real Talk: Dass ich mich in Medellín immer sicher gefühlt habe, liegt auch daran, dass ich sehr sicherheitsbewusst bin und keine unnötigen Risiken eingehe. Die Frage „Ist Medellín gefährlich?“ hängt nämlich nicht nur von Medellín ab, sondern auch von dir selbst.
Ich habe in einem Viertel gelebt, das als besonders sicher gilt (Belén). Gleiches gilt für die Viertel, in denen ich meine Freizeit verbracht habe: schlendern, Käffchen schlürfen, Essen gehen und Sport machen. Das waren die Stadtteile Laureles und El Poblado. Diese beiden Viertel sind modern, hip und besonders beliebt bei Reisenden, Expats und digitalen Nomaden.
Außerdem hatte ich mein Handy und meinen Geldbeutel immer direkt an meinem Körper: sicher verstaut in meiner Brusttasche. Wenn ich mein Handy rausgeholt habe, dann nur um kurz darauf zu gucken – nicht, um es dauerhaft und abwesend in der Hand zu halten.
Für längere Strecken habe ich stets Uber genutzt (diese sind deutlich sicherer als reguläre Taxis), ich war grundsätzlich immer wachsam und habe es vermieden, nach Einbruch der Dunkelheit alleine draußen unterwegs zu sein.
Da ich keinen Alkohol trinke und kaum mehr ausgehe, war das Nachtleben auch keine Gefahrenquelle für mich persönlich.
Ach ja: Meine Unterkunft selbst war auch sehr gut abgesichert. Und in einem Coliving zu leben hat den Vorteil, dass du eigentlich nie alleine bist, Gleichgesinnte um dich hast und dein Zuhause ein gewisser Safe Space ist, in dem man sicher sehr sicher fühlen kann.
Schnellcheck: Was du nicht tun solltest
Die Wahrheit ist: Theoretisch kann immer etwas passieren. Die Wahrheit ist aber auch: Du kannst das Risiko, dass etwas passiert, durch dein eigenes Verhalten deutlich reduzieren.
Deswegen habe ich hier eine kleine Liste mit Dingen, die du wirklich nicht machen solltest:
🚫 Handy die ganze Zeit einfach achtlos in der Hand halten
🚫 Handy in der hinteren Hosentasche tragen
🚫 Offen zu viel Besitz zeigen
🚫 Reguläre Taxis nutzen (Uber ist viel sicherer)
🚫 Nachts alleine (betrunken) herumlaufen
🚫 In Viertel gehen, die als unsicher gelten
🚫 Dein Drink (beim Ausgehen) aus den Augen lassen
🚫 Dating-Apps naiv nutzen (da gibt es zahlreiche Scams)
🚫 Zu viel Geld und alle Kreditkarten einstecken
🚫 Leichtfertig fremden Menschen vertrauen
🚫 Deinen gesunden Menschenverstand ausschalten
Das sind ein paar der wichtigsten Don’ts.
Zusätzlich will ich dir meinen Beitrag Sicher reisen Tipps ans Herz legen. Hier findest du eine lange Liste an Tipps, die du befolgen kannst, um das Gefahrenrisiko möglichst gering zu halten.
Welche Viertel ich empfehlen würde
Ob Medellín gefährlich ist oder nicht, lässt sich auch deshalb nur schwer pauschal beantworten, da jedes Viertel anders ist. Es gibt Gegenden, die als sicherer gelten und solche, die risikobehafteter sind. Deswegen möchte ich dir noch eine Empfehlung für ein paar Stadtviertel mit auf den Weg geben.
Ob nun Urlaub, Reise oder ein längerer Aufenthalt: Für deine Zeit in Medellín kann ich dir vor allem die Viertel Belén, El Poblado und Laureles empfehlen. Das waren die Viertel, in denen ich selbst rund 98 % meiner Zeit verbracht habe, die als besonders sicher gelten und beliebt sind (bei Locals wie auch bei Reisenden und Expats).
In diesen Vierteln kannst du dich, vor allem tagsüber, vergleichsweise sorglos aufhalten. So jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Es gibt viele tolle Cafés, Restaurants und Läden, die Menschen hier sind nett und die Atmosphäre ist angenehm. Ich jedenfalls mochte es in diesen Gegenden sehr und würde jederzeit wieder hin.
Ist Medellín gefährlich – Fazit
Medellín hat nicht den besten Ruf und die Kriminalität in der Stadt lässt sich nicht leugnen. Dennoch habe ich mich während meines einmonatigen Aufenthalts hier durchweg sicher gefühlt. Dabei muss jedoch gesagt werden, dass ich stets Acht gegeben habe, das Gefahrenrisiko möglichst gering zu halten. Und genau das rate ich auch dir. Halte dich deswegen immer an deinen gesunden Menschenverstand und nimm dir bitte meine Sicher reisen Tipps zu Herzen.
FAQs
Welche Gebiete sollte man in Kolumbien meiden?
Aktuell warnt das Auswärtige Amt vor Reisen zum Grenzgebiet zu Venezuela. Außerdem rät es von einigen weiteren Gebieten wie beispielsweise Norte de Santander, Arauca und Vichada ab. Alle Gebiete, für die eine Reisewarnung ausgesprochen wird, findest du auf der Website des Auswärtigen Amts.
Welche Gegenden sollte man in Medellín meiden?
Mir wurde vor allem geraten, im Centro vorsichtig zu sein und es nachts zu meiden. Außerdem gilt es grundsätzlich immer achtsam zu sein. Selbst in „guten Vierteln“ kann was passieren. Besondere Vorsicht ist außerdem vor allem im Nachtleben geboten.
Was ist die sicherste Stadt in Kolumbien?
Welche die sicherste Stadt in Kolumbien ist, lässt sich nur schwer sagen. Viele Städte haben sowohl vergleichsweise sichere wie auch eher risikoreichere Gegenden. Daher gilt es, für jede Stadt zu recherchieren, welche Viertel zu den tendenziell sicheren gehören und welche Gebiete man eher meiden sollte.
Ist es sicher, nachts in Medellín spazieren zu gehen?
Ich persönlich würde dir davon abraten, nachts spazieren zu gehen. Vor allem, wenn du alleine bist. In tendenziell sicheren und belebteren Gebieten ist es wahrscheinlich okay, trotzdem gilt die Devise: Better safe than sorry. Also lieber nichts unnötig riskieren. Meine Empfehlung: Bestell dir lieber ein Uber, wenn du in der Dunkelheit von A nach B musst.