Einsamkeit ist ein klassisches Problem bei Solo-Reisenden. Und noch mehr bei digitalen Nomaden. Denn: Wer regelmäßig von A nach B zieht, lernt selten beständige Kontakte kennen. In diesem Blogpost erzähle ich von meiner eigenen Erfahrung. Außerdem verrate ich dir, wie ich mein Mindset verändert habe, um mich vor Einsamkeit zu wappnen und bestmöglich mit ihr umzugehen.
Einsam auf Reisen – in Kürze
- Einsamkeit bei Reisenden und digitalen Nomaden ist keine Seltenheit. Rund 45 % aller Nomaden sagen, sie kennen das Gefühl von Isolation.
- Ursachen sind: zu häufige Ortswechsel, die falschen Orte und der Konflikt zwischen einem individuellen Lebensstil vs. beständigen Kontakten
- Das richtige Verhalten und Mindset kann helfen, dich vor Einsamkeit zu schützen
- Wichtige Tipps sind: Bleibe längere Zeit in einzelnen Orten, pflege weiterhin deine Freundschaften in der Heimat, connecte dich mit Locals, fokussiere dich auf weniger, dafür hochwertige neue Kontakte
Ist man beim Solo-Reisen und als digitaler Nomade oft einsam?
Die simple Antwort ist: Es kommt darauf an! Ob nun beim Alleinreisen oder beim Nomaden-Dasein: Ob man einsam ist oder nicht, hängt stark davon ab, wie man das entsprechende Leben gestaltet. Laut diversen Statistiken ist Einsamkeit jedoch ein gängiges Problem. So besagen Zahlen von 2025 beispielsweise, dass 45 % aller digitalen Nomaden das Gefühl von Isolation kennen und 24 % empfinden durch die häufigen Ortswechsel Einsamkeit.
Meine Erfahrungen mit der Einsamkeit als digitale Nomadin & Solo-Reisende
Ob ich mich als Solo-Reisende und digitale Nomadin schon einmal einsam gefühlt habe? Oh ja, allerdings. Und das sicher nicht nur einmal. Als Solo-Reisende bin ich oft schnell von einem Ort zum nächsten geflitzt. Dabei habe ich Folgendes lernen müssen: Du kannst von unzähligen Menschen umgeben sein … und dich trotzdem einsam fühlen. Denn: Wer schnell von A nach B reist, hat kaum die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die in die Tiefe gehen. Oft bleiben Kontakte oberflächlich und einfach. Und gehen sie darüber hinaus, dann heißt es oft trotzdem nach kurzer Zeit Bye-bye. Und das kann auch nochmal recht wehtun und auf Dauer echt anstrengend werden.
Ähnliches kenne ich aus meinem Leben als digitale Nomadin: Ich war schon mehrmals in der Situation, dass ich mir an einem fernen Standort ein kleines neues Leben aufgebaut habe, inklusive neuer Freundschaften. Doch Teil des Nomadenlebens ist es nun einmal, nach einiger Zeit weiterzuziehen. Und dann heißt es immer wieder aufs Neue: Abschied nehmen. Was nach dem Abschied folgt, ist oft ein Gefühl von Einsamkeit.
Was sind die Ursachen für Einsamkeit auf Reisen?
Einer der Hauptgründe für Einsamkeit bei digitalen Nomaden und Solo-Reisenden ist der schnelle und häufige Ortswechsel: Du kommst an einem neuen Ort an, lernst neue Leute kennen und kurze Zeit später ziehst du weiter und das Spiel beginnt wieder von vorn.
Aber auch dein aktueller Standort selbst kann Auswirkungen auf das Thema Einsamkeit haben: Manche Orte sind super Nomad-friendly und voll von Reisenden, Expats und offenen Locals. Heißt: recht einfache Bedingungen, um unter Menschen zu kommen. Dann wiederum gibt es jedoch auch Orte, an denen sich nur wenige Reisende tümmeln und die Einheimischen am liebsten ihr eigenes Ding machen. Das macht es natürlich deutlich schwerer, Anschluss zu finden.
Insgesamt ist das Leben als digitaler Nomade oder Solo-Reisende schlichtweg sehr unbeständig, frei und individuell. Genau das hat seinen Reiz und ist einer der Gründe, warum viele dieses Leben anstreben. Doch diese vermeintlichen Vorteile haben eben auch ihre Kehrseite. Eine davon ist die mögliche Einsamkeit.
Aber hey, so weit muss es gar nicht unbedingt kommen. Denn glücklicherweise kann man vieles machen, um Einsamkeit in der Ferne den Kampf anzusagen oder direkt zu umgehen. Damit dir das gelingt, habe ich meine ganz persönlichen Tipps für dich zusammengetragen.
Mindset- & Verhalts-Tipps gegen Einsamkeit als digitaler Nomade und beim Langzeitreisen
Ich reise seit mehreren Jahren regelmäßig als digitale Nomadin durch die Weltgeschichte. Dabei bin ich der Einsamkeit schon etliche Male begegnet. Und: Ich habe besser und besser verstanden, was ich gegen sie tun kann.
Hier meine Tipps für den richtigen Umgang mit dem Thema „Einsamkeit auf Reisen“:
Mehr Zeit an weniger Orten verbringen
Viele Reisende ziehen schnell von einem Ort zum nächsten. Das Problem dabei ist: Man gibt sich dadurch gar nicht erst die Chance, tiefgehende soziale Kontakte zu knüpfen und eine beständige Umgebung aufzubauen. Und ja, ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe es zu Beginn meiner Solo-Reisen nämlich auch so gemacht. Einer meiner wichtigsten Tipps ist daher: Besuche lieber weniger Orte, aber nimm dir in diesen mehr Zeit. Als digitale Nomadin plane ich mittlerweile mindestens einen Monat pro Ort ein. Erst dadurch kann ich wirklich Fuß fassen, Menschen (gut) kennenlernen und wahre Freundschaften schließen. Es macht wirklich einen riesigen Unterschied!
Nicht nur Nomads und Reisende kennenlernen, sondern auch Locals
Ich finde es auch wichtig, nicht nur in der Reise- und Nomaden-Bubble zu bleiben, sondern genauso Locals kennenzulernen. Gerade dann, wenn du mehr Zeit an ein und demselben Ort verbringst. Denn: Locals ziehen nicht direkt wieder weiter, nachdem ihr euch kennengelernt habt. Außerdem hast du so die Chance, in echte Freundeskreise integriert zu werden. Gute Anlaufstellen hierfür sind beispielsweise Events, Sportkurse mit Community-Fokus (z. B. CrossFit) oder auch Apps (z. B. Bumble for Friends).
Einsamkeit als Übergang ansehen und nicht als Status quo
Einsamkeit als digitaler Nomade oder Solo-Traveller ist nicht unüblich. Gerade zu Reisebeginn oder in Übergangsphasen tritt das Phänomen wirklich oft auf. Du bist also nicht allein damit! Wichtig ist jedoch, dass du es als „Übergang“ ansiehst und dich nicht davon unterkriegen lässt und noch mehr vergräbst. Sieh es lieber als Chance, um rauszugehen und neue Menschen kennenzulernen. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten dafür!
Selbst in die Hand nehmen und nicht warten, dass jemand kommt
Es gibt Menschen, die einsam darauf warten, dass andere auf sie zukommen. Und es gibt Menschen, die das Ganze selbst in die Hand nehmen. Für manche ist es nicht einfach, auf andere zuzugehen – das ist mir bewusst. Aber: Wer hat schon behauptet, dass das digitale Nomadentum, das Reisen oder das Leben im Ausland immer in der Komfortzone stattfindet …? Eben! Also nur Mut. Nimm dein Glück selbst in die Hand. Gehe auf Events, sprich spannende Menschen an, besuche einen Sportkurs, geh in einen Coworking-Space oder check doch mal ein Hostel aus. Die Möglichkeiten, der Einsamkeit zu trotzen und sich unter Menschen zu mischen, sind unendlich!
Mit Menschen aus Heimat in Kontakt bleiben
Aus den Augen aus dem Sinn? Von diesem Motto kann ich dir nur abraten, wenn du für längere Zeit in der Ferne bist. Pflege deine Freundschaften und den Kontakt zu deinen Bezugspersonen aus der Heimat auch weiterhin. Vielleicht sogar noch etwas mehr als sonst. Schreibe ihnen regelmäßig und verabrede dich für Videocalls. Alleine das hilft sehr gegen Einsamkeit im Ausland. Außerdem stellst du dadurch sicher, dass deine bestehenden Freundschaften nicht zu sehr leiden oder in Vergessenheit geraten, während du nicht da bist.
Suche dir einen Partner in Crime!
Nur weil du allein losgezogen bist, heißt das nicht, dass du die ganze Zeit über strikt allein bleiben musst. Ganz im Gegenteil: Meine mitunter schönsten Reise- und Nomadenzeiten waren die, in denen ich mich mit einer anderen Person zusammengetan habe, um für eine Weile gemeinsam mit ihr zu reisen bzw. mich mit ihr in einer gemeinsamen Wohnung einzumieten. Das waren meist Leute, die ich zuvor in meiner Unterkunft kennengelernt habe und mit denen ich mich direkt gut verstanden habe. Auf diese Weise habe ich meine wertvollsten Reisefreundschaften geschlossen: die, die bis heute bestehen und die ich nicht mehr missen will.
Lieber weniger neue Kontakte, dafür gute und hochwertige
Viele Reisende kennen es: Du kommst in ein Hostel und hast auf einen Schlag unzählige neue Freunde. Das Problem ist nur: Die meisten dieser „Pseudo-Freundschaften“ bestehen nicht länger als ein paar Tage. Heißt: Man lernt zwar ständig neue Menschen kennen, doch so wirklich close ist keine der Connections. Und dann? Dann fühlt man sich einsam, obwohl man von lauter Gleichgesinnten umgeben ist. Mein Tipp daher: Versuche gar nicht erst, mit jeder und jedem befreundet zu sein und schaue stattdessen, mit wem es wirklich vibt. Und dann? Dann fokussierst du dich auf genau diese Menschen. So kann nämlich etwas entstehen, das über den Status der oberflächlichen Reisebekanntschaft hinausgeht. Quality over Quantity!
Eigene Bedürfnisse erkennen: Was brauchst du?
Einsam ist nicht gleich einsam! Deswegen ist es wichtig, dass du zunächst einmal herausfindest, was du eigentlich brauchst. Weißt du das, kannst du dir gezielte Lösungen überlegen. Willst du in ausgelassener Atmosphäre unter vielen Menschen sein? Dann ist vielleicht ein Hostel oder ein Event das Richtige für dich. Möchtest du wirklich tiefe Connections knüpfen? Dann lohnt es sich vielleicht, Apps wie Bumble for Friends zu nutzen. Möchtest du ein beständiges Umfeld? Dann überlege dir doch mal, dich in einem Coworking-Space oder gar einem Coliving einzumieten. Du willst unter Leute, die die gleichen Hobbys oder Interessen haben wie du? Dann suche danach: sei es nun durch einen Kurs, ein Meetup oder ein anderes Angebot. Nur wenn du weißt, was du wirklich brauchst, kannst du auch was gegen deine Einsamkeit im Ausland machen.
Erwartungsmanagement: Nicht alle werden zu deinen besten Freunden
Aus jahrelanger Reiseerfahrung kann ich dir sagen: Du wirst unzählige Menschen treffen, aber lange nicht alle davon werden zu wahren Freunden. Im Gegenteil: Wahre Freundschaften sind rar. Das im Hinterkopf zu haben, erleichtert dein Leben. Glaub mir. Und ich will damit nicht sagen, dass du dich nicht bemühen sollst, neue Menschen kennenzulernen. Aber ich denke, es ist wichtig, mit einer realistischen Erwartungshaltung an die Sache heranzugehen. Andernfalls könnte es auf lange Sicht enttäuschend und zermürbend werden.
Locations mit Bedacht wählen
Es gibt klassische Backpacker-Hotspots, beliebte Ziele für digitale Nomaden und typische Expat-Gegenden. Genauso gibt es sehr abgeschiedene Flecken Erde. Alles davon hat seinen Reiz und seine Vor- und Nachteile. Wenn du aber mit Einsamkeit zu kämpfen hast, dann schaue lieber nach Locations, die es dir einfach machen, unter Menschen zu kommen. Nicht jeder Ort ist zu jeder Lebenslage das passende. Überlege also, was du brauchst und dann recherchiere, welche Ziele sich für dich eignen.
Konkrete Möglichkeiten nutzen, um neue Leute kennenzulernen
Es gibt unzählige Möglichkeiten, neue Menschen im Ausland kennenzulernen: sei es nun über Apps oder bestimmte Gruppen, über Hostels oder Colivings, durch Touren und Events oder doch durch Sportangebote und Meetups.
Meine beliebtesten (und bewährtesten) Möglichkeiten, um coole Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schließen, habe ich ausführlich in einem separaten Blogpost für dich aufgelistet. Schau ihn dir gerne einmal an:
✨ Freunde im Ausland finden: Die besten Anlaufstellen und Möglichkeiten
Einsamkeit auf Reisen – Fazit
Einsamkeit auf Reisen und im digitalen Nomadentum ist vollkommen normal. Es gehört manchmal fast schon dazu. Wichtig ist jedoch, dass du dich davon nicht unterkriegen lässt. Sieh es als Übergang und nutze es als Chance. Bleibe längere Zeit am selben Ort, connecte dich mit Locals, bleibe mit deinen Freundinnen und Freunden von zuhause in Kontakt. Einsamkeit lässt sich manchmal nicht verhindern. Aber das richtige Mindset hilft dir dabei, dich bestmöglich davor zu schützen und optimal damit umzugehen.
FAQs
Ist man beim Solo-Reisen oft einsam?
Es kann immer wieder vorkommen, dass man beim Solo-Reisen einsam ist. Selbst dann, wenn man unter vielen Menschen ist. Diese Erfahrung habe auch ich schon gemacht. Und ich kann dir sagen: Es gehört dazu und ist vollkommen normal. Einsamkeit ist oft das Zeichen für eine Übergangsphase. Lass dich also nicht von ihr unterkriegen und nutze sie stattdessen als Chance, um etwas zu verändern!
Was tun gegen Einsamkeit beim Alleinreisen?
Es gibt vieles, was du gegen Einsamkeit beim Alleinreisen machen kannst. Es hilft beispielsweise sehr, längere Zeit an einem einzelnen Ort zu bleiben. So gibst du dir die Chance, engere Kontakte zu knüpfen. Suche dir deine Reiseziele außerdem so aus, dass sie deinen Bedürfnissen entsprechen und du schnell Menschen kennenlernen kannst. Das ist gerade für Reise-Anfänger wichtig!
Wie kann ich als digitaler Nomade Anschluss finden?
Gerade digitalen Nomaden kann ich sehr raten, nicht zu häufig die Location zu wechseln. Es bringt nämlich nichts, coole Leute kennenzulernen und kurz darauf schon wieder weiterzuziehen. Wähle deine Locations also mit Bedacht! Und wenn du noch neu im Nomad-Game bist? Dann ist ein Nomad-Hotspot definitiv eine bessere Anlaufstelle als ein abgeschiedener Ort – so schön er auch sein mag. Außerdem gibt’s viele andere Dinge, die du tun kannst, um Anschluss zu finden: wähle ein Coliving als Unterkunft, nimm an Veranstaltungen teil, besuche Meetups, miete dich in ein Coworking ein, gehe zum Sport, nutze Nomad-Communities, usw.

