Vom Klimawandel und unserem Pausenbrot

Vom Klimawandel und unserem Pausenbrot

Ich bin frustriert. Denn der Klimawandel schreitet voran und wird bald unaufhaltsam. Ich bin frustriert, denn wir alle sind verantwortlich dafür, tun aber viel zu wenig dagegen. Ich bin frustriert, denn alleine die Wahl unseres Pausenbrots kann über vor oder zurück entscheiden und doch greifen wir meist völlig unbedacht zu. Freunde, es folgt ein Text über den Klimawandel und sein Zusammenspiel mit der Viehzucht und unserer Ernährung. Ein Text mit ein bisschen Frust, ein bisschen bitte und ein bisschen wacht auf, Leute.

Der menschengemachte Klimawandel

Es gab schon diverse Klimawandel auf dieser Welt. Der, dem wir momentan in die Augen blicken, ist jedoch der Erste, der durch ein Lebewesen hervorgerufen wurde. Durch uns. Durch den Menschen. Das Lebewesen, von dem man sagt, es wäre so unheimlich klug und intelligent. Und ja, wäre es nicht so unglaublich verherrend, könnte man fast ein bisschen stolz sagen: wow, wir sind so krass, wir können sogar das Klima verändern. Leider jedoch, ist die Erwärmung des Klimas kein nettes Zauberkunststück, sondern die absolute Oberkack. Verzeiht die Wortwahl aber ist nun einmal so.

Angestoßen durch die industrielle Revolution hat der Mensch es innerhalb kürzester Zeit geschafft den Wandel des Klimas herbeizuführen. Etwas, das schon jetzt für schwere Unwetter, Nahrungsknappheit und Katastrophen sorgt. Etwas, das dafür sorgt, dass die Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt und Australien brennt wie noch nie zuvor. Etwas, das, wenn es so weiter geht, solch verheerende Folgen für die Menschheit und unseren Planeten hat, dass wir es uns kaum vorstellen können.

Vorstellungsvermögen hin oder her – es wird warm!

Vielleicht liegt es gerade an dieser Unvorstellbarkeit, dass den meisten Menschen zwar klar ist, dass sich das Klima verändert, sie aber trotzdem nicht die entsprechenden Maßnahmen dagegen ergreifen. Vielleicht liegt es ebenfalls (mitunter) an einem Mangel an Vorstellungsvermögen, dass manche, selbst wichtige Akteure der Wirtschaft und Politik, den Klimawandel noch gänzlich leugnen. Und das, obwohl gut 97% der Wissenschaftler ihn bestätigen. Entschuldigung, aber kann es echt sein, dass es in Australien erst mehrere Monate so krass brennen muss, wie noch nie zuvor, bis der Amtsinhaber endlich eingesteht, dass die Brände etwas mit der Erwärmung des Erdklimas zu tun haben!?

Es ist, wie es ist. Der Mensch hat den Klimawandel verursacht. Der Mensch treibt ihn voran. Getrieben von immer mehr, immer besser, immer weiter. Und das Ganze ist nun mal kein Joke, sondern tragische Wahrheit. Kann der Mensch, der ach so kluge Mensch, ihn nun bitte auch wieder stoppen?

…und die Temperatur steigt

Das bis dato verheerendste Massensterben liegt etwa 250 Millionen Jahre zurück. Damals haben Vulkane so viel CO2 ausgestoßen, dass sich die Weltmeere um ca. 10 Grad erwärmt haben. Das Resultat: rund 96% alles Lebens im Meer und rund 70% alles Lebens auf dem Land wurden ausgelöscht.

Aktuell pusten wird Treibhausgase etwa 10 mal so schnell in die Atmosphäre wie die Vulkane damals. Und mehr und mehr erwärmt sich unser Planet. Und dass, obwohl er, laut Modellen des zyklischen Klimawandels, aktuell eher abkühlen müsste. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird der Klimawandel so fortgeschritten sein, dass sich seine Entwicklung nicht mehr umkehren lässt und er durch drastische Rückkopplungseffekte noch schneller voranschreiten wird. Schätzungen, wann dieser Zeitpunkt ist, gehen auseinander. Einige nennen bereits das Jahr 2020.

Einer der Hauptverursacher des Klimawandels: die Viehzucht

Einer der Hauptverursacher, wenn nicht sogar DER Hauptverursacher, des Klimawandels ist die Viehzucht. Sie ist hauptverantwortlich für den Ausstoß von Methan, welches 34-mal mehr Treibhausgaspotenzial (d.h. die Fähigkeit Hitze einzuschließen) hat als CO2. Sie ist für grob 32564 Millionen Tonnen CO2e Ausstoß (also CO2 und alle Äquivalente) pro Jahr verantwortlich. Das ist mehr als alle Autos und Flugzeuge zusammen.

Die Viehzucht ist außerdem der Hauptgrund, warum Wälder gerodet werden. Wälder, die so wichtig für uns sind, weil sie CO2 absorbieren. Wälder, die gerodet werden, um Ackerland für den Tierfuttermittelanbau zu weichen. Und als wäre das noch nicht genug, kommt noch ein weiterer unschöner Aspekt ins Spiel. Zwar absorbieren Bäume im lebenden Zustand CO2, doch werden sie verbrannt, setzen sie CO2 frei. Und das nicht gerade in kleinen Mengen. Und: Brandrodung oder die Verbrennung von Holz ist in diesem Zusammenhang nun einmal keine Seltenheit. Etwa 30% des weltweiten Ausstoßes von CO2 wird durch Abholzung und Brandrodung freigesetzt.

Bäume sollten absorbieren, nicht brennen

Ergo: wir vernichten Bäume, die uns und den Planeten schützen. Bei ihrer Vernichtung setzen wir dafür CO2 frei, welches uns und dem Planeten schadet, um wiederum Futtermittel anzubauen für die Viehzucht, die uns und unserem Planeten noch viel mehr schadet. Sorry Leute, aber ist das nicht absolut absurd? Auch total klasse in diesem Zusammenhang übrigens, dass in Brasilien aktuell ein Präsident herrscht, den das alles nicht besonders zu stören scheint und der trotzdem gerne weiter das Amazonasgebiet, die grüne Lunge unseres Planeten, abholzen möchte.

Wenn der Mensch so weiter macht wie bisher, dann wird er schon bald sehr alt aussehen. Ich weiß, ich weiß, es ist schwer vorstellbar. Aber es ist nun mal so.

Pflanzliche Ernährung gegen den Klimawandel

Sich pflanzlich zu ernähren ist eine der Hauptmaßnahmen, die jeder einzelne ergreifen kann, um etwas gegen den Wandel des Klimas zu unternehmen. Weitere Maßnahmen: fliegen und Auto fahren vermeiden sowie weniger Kinder bekommen.

Ich bin regelmäßig frustriert darüber, wie viel Klarheit über den Klimawandel besteht und wie wenig dagegen unternommen wird. Nicht nur von Politik und großen Playern, auch von jedem einzelnen. Es sieht absolut düster aus für uns, diesen Planeten und unsere potenziellen Nachkommen und trotzdem sind so viele Menschen schlichtweg zu gemütlich und zu ignorant ihre Gewohnheiten zu ändern. À la jemand anders wird das schon regeln. Aber es wir eben nicht einfach so jemand anders regeln.

Der Klimawandel geht uns alle was an

Uns alle geht der Klimawandel etwas an. Wir alle tragen unseren Teil zum Klimawandel bei. Ja, wir alle sind durch unsere Art zu leben und durch unseren Überfluss-Lifestyle mitverantwortlich für den Klimawandel. Warum also sollten wir nicht auch alle etwas GEGEN den Klimawandel unternehmen? Einen Teil zum Klimawandel beitragen? Na klar, null Problemo! Nun was dagegen tun? Ach nö, keine Lust, da können sich andere drum kümmern. Ey ne! Es tut mir leid, aber die Ignoranz, die in diesem Bezug überall auf der Welt an den Tag gelegt wird, kotzt mich einfach an.

Kleiner Einschub: Ich weiß, ich drücke mich hier und grundsätzlich in diesem Text etwas überspitzt und pauschalisierend aus. Natürlich gibt es auch schon viele einzelne Menschen, die selbst Maßnahmen ergreifen. Und für die bin ich sehr dankbar. ABER: sind es noch lange lange nicht genug.

Die Viehzucht ist einer, wenn nicht der, Hauptverursacher für den Klimawandel und trotzdem isst jeder Deutsche im Schnitt 60kg Fleisch und 88kg Milchprodukte pro Jahr. Woher die Produkte kommen? Who cares!? Welche Auswirkungen sie haben? Who cares!? In vielen Haushalten sind tierische Produkte nicht wegzudenken. Bei manch einem gehören tierische Produkte zu jeder einzelnen Mahlzeit. Und das obwohl es massig, wirklich massig deutlich nachhaltigere Alternativen gibt. Und das trotz des Klimawandels. Das, obwohl unsere Welt voll vor die Hunde geht. Echt jetzt!?

Versteht mich nicht falsch – nobody’s perfect!

Bitte versteht mich nicht falsch, ich will hier nicht sagen, dass ihr gar keine tierischen Produkte mehr essen sollt. Letzten Endes muss das jeder selbst wissen. Kein Mensch kann alles perfekt machen: kein Fleisch mehr essen, nie wieder fliegen, nie wieder Auto fahren und so weiter. Keiner ist perfekt und das ist okay so. Aber vielleicht so ein bisschen mehr drauf achten, was man tut und welche Auswirkungen es hat, wäre doch schon ganz schön, oder?

Und gerade beim Essen ist es doch wirklich nicht schwer ab und an mal etwas anders zu machen als bisher. Ich mein: wir essen in der Regel mehrmals am Tag. Somit haben wir auch mehrmals am Tag die Möglichkeit eine bewusste Entscheidung zu treffen, was wir essen. Wie wir handeln. Und natürlich zählt dabei nicht nur, ob es nun tierisch ist oder nicht, sondern auch, woher es kommt und unter welchen Bedingungen und mit welchem Energieaufwand es produziert ist.

Alleine beim Essen haben wir mehrmals am Tag die Wahl

Mehrmals am Tag haben wir die Wahl. Und weißt du was? Es ist nicht schwer, gelegentlich auch mal die Entscheidung zu treffen eine pflanzliche Mahlzeit zu verputzen. Die Entscheidung zu treffen dem Klimawandel die Stirn zu bieten. Und weißt du noch was? Es ist ja auch okay, gelegentlich ebenfalls die Entscheidung zu treffen eben nicht rein pflanzlich zu essen. Wichtig ist doch im ersten Schritt vor allem, dass wir uns bewusst entscheiden, dass wir wissen, was wir tun. Und dass wir eben nicht total ignorant rumlaufen und um nichts scheren. Nicht darum scheren, was da auf unserem Teller landet und nicht darum, welche Auswirkungen es hat (Gleiches gilt natürlich auch für all unsere Aktivitäten, die über den Tellerrand hinausragen).

Veganerinnen und Veganer werden nach wie vor oftmals nett von der Seite belächelt. Oder aber nicht ernst genommen. Da gibt’s Kuchen aber denn darfst du ja nicht essen – sagt man mir mit einem Grinsen im Gesicht als wäre es total lustig und komisch, dass ich nichts Tierisches essen möchte. Veganismus wird außerdem häufig immer noch als etwas gesehen, dass irgendwie schwach, verletzlich und weich ist. Veganerinnen und Veganer, dass sind die Menschen, die nicht wollen das das arme süße Tierchen stirbt.

Sorry, aber ich esse vegan, weil mir dieser Planet am Herzen liegt

Ja, stop mal, geht’s noch? Veganerinnen und Veganer, ebenso wie andere Menschen, die öfter mal auf pflanzliche Kost setzen, das sind Menschen, die halt einfach nicht wollen, dass die Menschheit sich selbst zerstört und diesen Planeten direkt mit sich. Übrigens darf ich sehr wohl alles Tierische essen. Ich will nur in 99% der Fälle nicht. Und ja, natürlich sind auch die süßen Tierchen vielen Menschen wichtig. Aber den meisten geht es um noch so verdammt viel mehr. Mitunter und in großem Maße eben auch um diese Welt auf der wir leben, um unser Zuhause und darum diese katastrophale Erderwärmung aufzuhalten, solange es überhaupt noch möglich ist.

Leute, ich bin frustriert

Wenn ich auf uns Menschen blicke werde ich frustriert. Diese Ignoranz und das Nichtstun, dass so viele an den Tag legen, machen mich traurig. Dass sich so wenige um diesen Planeten und uns Menschen scheren, macht mich traurig. Manchmal liege ich abends im Bett und bekomme irgendwie sowas wie Panik, weil ich am liebsten alle Menschen schütteln und ihnen dabei wacht endlich auf! ins Gesicht brüllen würde (und das übrigens nicht nur im Bezug auf den Klimawandel, sondern auch andere Dinge wie Ungleichheit, Kriege, und so weiter – aber das ist ein anderes Thema). Ich kann aber nicht jeden Menschen schütteln und anbrüllen. Aber naja, ich kann beispielsweise hier darüber schreiben und vielleicht hat ja sogar irgendwer bis hier hin gelesen (in diesem Fall: besten Dank, ich bin gerührt).

Deswegen hier eine kleine Bitte:

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, liebe Mitbürgende auf uns für diesen Planeten. Lasst uns doch bitte etwas weniger ignorant sein. Lasst uns bitte ein bisschen weniger Who cares!? Mentalität an den Tag legen. Lasst uns doch bitte alle etwas mehr darauf schauen, was wir tun und welche Auswirkungen es hat. Lasst uns ein bisschen mehr darauf achten, was auf unseren Tellern landet. Lasst uns bewusstere Entscheidungen treffen. Für uns und diesen Planeten. Dafür, dass dieser Planet nicht zerstört wird. Dafür, dass nicht noch einmal so etwas passiert wie vor 250 Millionen Jahren. Erst recht nicht durch uns Menschen verursacht. Lasst uns endlich wirklich was gegen den Klimawandel tun, statt ihn einfach so hinzunehmen. Und lasst uns am besten bereits beim Pausenbrot damit anfangen.

Ich will nämlich nicht, dass diese Welt kaputt geht.

Danke.

 

Quellen:

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